Information Zwangsstörungen

 

Definition, Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von Zwangsstörungen

Zwangsstörungen oder Zwänge kommen im Leben immer wieder vor und können auch sinnvolle Reaktionen auf besondere Umgebungsbedingungen darstellen. So kann ein gewisser Zwangscharakter für Personen mit potentiell gefährlichen Tätigkeiten durchaus sachdienlich sein. Die Grenze zur psychischen Störung beginnt dort, wo die Intention zum Handeln nicht mehr kontrollierbar wird und Automatismen das Regime übernehmen. Chronifizierungen sind dann die mögliche Folge. Die Ursachen oder ründe für eine Zwangsstörung sind oft nur schwer zu ergründen oder können oft nur erahnt werden.

Meist spielen verschiedene Auslöser oder Ereignisse an der Genese mit, oft auch mehrere psychologische, systemische und organische Aspekte. Traumatisierende Erfahrungen können dabei auch beteiligt sein. Sowohl isolierte Einzeltraumata als auch Ereignisse die kumulativ traumatisierend zusammenwirken. Weitere Begleitsymptomatiken sind depressive Störungen, wo bei dabei nicht klar abgegrenzt werden kann ob diese Auslöser oder Folge der Zwänge sind. Suchterkrankungen wie Essstörungen oder Substanzmissbrauch können im Umfeld von Zwangserkrankungen auch vorhanden sein. Ängste stellen oft einen integralen Bestandteil der Erkrankung dar.

Zwangsgedanken, Zwangshandlungen und ZwangsimpulseMann mit Zwangsstörungen

Dies sind die unterschiedlichen Kardinalsymptome des Leidens. Sie müssen jedoch nicht gemeinsam als Symptome auftreten. Charakteristisch ist die meist ähnliche gleiche Art und Weise des Zusammenspieles. Diese Gedanken, Impulse, Zweifel und Handlungen entziehen sich dem bewussten Einfluss der Betroffenen und lösen eine grosse Hilflosigkeit aus, die gleichzeitig mit dem hohen Einsatz zur Beibehaltung der Handlungen auftritt und so zur enormen Belastung beiträgt. Krampfhafte Bewältigungsversuche führen dann in der Regel auch zu massiven Ängsten oder Panikattacken. Sekundär leiden dabei natürlich auch viele Bezugspersonen wie Familienmittglieder oder Partner unter der Symptomatik.

Psychotherapie ist dann das Mittel der Wahl, wobei bei sehr chronifizierten Zwangsstörungen auch eine Kombination mit Medikamenten diskutiert wird. Die Schweizerische Gesellschaft für Zwangsstörungen stellt weitere Informationen und einen Online-Selbsttest zu Zwangsstoerungen zur Verfügung. Zentral ist in der Behandlung die Würdigung der Symptomatik als Lösungsversuch für einen inneren Spannungszustand, der auch Sinn macht. Gleichzeitig muss die Psychotherapie auch den Zugang zu neuen Strategien öffnen und bestehende Konstrukte umstrukturieren helfen. Dazu stehen unterschiedliche Verfahren zur Verfügung.

 

 

© psyaspect – Reto Mischol M Sc / Coaching, Training und Therapie
Chur – Luzern – Zürich