Theory of Mind – Studien und Erkenntnisse

Theory of Mind – ein Kinderspiel!

 

Sich in die Überzeugungen anderer hinein zu denken, ist ein Kinderspiel: Ab dem Alter von etwa drei Jahren zeigen Kinder diese Fähigkeit, und schon früher gibt es Anzeichen der Theory of Mind. Den Kleinen diese zu entlocken, erfordert Kreativität.

Tim sitzt am Tisch, eine Keksdose vor sich. Gespannt beobachtet der Vierjährige, wie die Versuchsleiterin die Dose öffnet. Doch binnen Sekunden wandelt sich die Erwartung in eine Mischung aus Überraschung und Enttäuschung: Statt Kekse erblickt Tim Buntstifte. Nun stellt die Leiterin die entscheidende Frage: Was glaubst Du, wird ein anderes Kind, das wir gleich hereinholen, in der Dose vermuten? Tim überlegt kurz, antwortet dann bestimmt: „Ist doch klar: Kekse!“ Damit hat das Kind den Test bestanden. Es verfügt über ein psychisches Konzept, das in der Wissenschaft auch Theory of Mind (ToM) genannt wird.

Die Theory of Mind beschreibt die Fähigkeit, sich in die Gedanken anderer hineinversetzen zu können. Tim weiß, dass ein anderes Kind noch keinen Blick in die Dose werfen konnte. Daraus schließt er, dass es derselben falschen Überzeugung sein muss wie er selbst zu Beginn. Auf der Grundlage seiner eigenen Erfahrung ist der Junge also fähig, einem anderen Kind eine Überzeugung zuzuschreiben – obschon er die davon abweichende Realität sehr wohl kennt. „Es ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Psyche, sich in andere hineinversetzen zu können“, sagt Beate Sodian, Professorin der Entwicklungspsychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

 

Weiterlesen: http://dasgehirn.info/denken/im-kopf-der-anderen/theory-of-mind-2013-ein-kinderspiel

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