Ständige Erreichbarkeit durch Kommunikationsmedien im Beruf – Studie

Die Auswirkungen arbeitsbezogener erweiterter Erreichbarkeit auf Life-Domain-Balance und Gesundheit

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2013

Arbeitsbezogene erweiterte Erreichbarkeit wird als häufig durch neue Informations- und Kommunikations-Medien ermöglichte Verfügbarkeit von Arbeitenden für Arbeitsbelange bzw. von Arbeitsbelangen für Arbeitende außerhalb der regulären Arbeitszeit und unabhängig des regulären Arbeitsortes definiert. Recherchiert wurden 23 Studien, in welchen insgesamt 61 Zusammenhänge berichtet werden.

Die Studienergebnisse deuten darauf hin, dass arbeitsbezogene erweiterte Erreichbarkeit zu Beeinträchtigungen im Privatleben von Beschäftigten führt. Des Weiteren zeigen die bestehenden Befunde, dass Beschäftigte mit hoher arbeitsbezogener erweiterter Erreichbarkeit mit höherer Wahrscheinlichkeit arbeitsbedingte Befindensbeeinträchtigungen aufweisen als Beschäftigte mit geringer arbeitsbezogener erweiterter Erreichbarkeit. Ob die Ursache hierfür aber in der Erreichbarkeit selbst liegt oder in anderen damit einhergehenden Arbeits- oder Personenmerkmalen, geht aus den betrachteten Ergebnissen nicht hervor. Rufbereitschaft als regulierte Form der arbeitsbezogenen erweiterten Erreichbarkeit lässt sich anhand von Studienergebnissen als Risiko für die Beschäftigtengesundheit bewerten. Es ist davon auszugehen, dass zumindest unregulierte Formen arbeitsbezogener erweiterter Erreichbarkeit, die der Rufbereitschaft sehr ähnlich sind, ebenfalls ein Gesundheitsrisiko darstellen.

Gleichzeitig sprechen die Ergebnisse nicht dagegen, dass arbeitsbezogene erweiterte Erreichbarkeit auch positive Effekte für Beschäftigte mit sich bringt, z. B. im Sinne einer höheren Arbeitszufriedenheit. Solche Effekte können bislang aber nicht als gesicherte wissenschaftliche Erkenntnis gelten.

Deutlich wird, dass arbeitsbezogene erweiterte Erreichbarkeit neben Risiken möglicherweise auch Chancen für die Beschäftigten in sich birgt. Für die Zukunft gilt es, stark betroffene Beschäftigtengruppen zu identifizieren, die Auswirkungen auf Life-Domain-Balance …..

 

Weiterlesen: http://www.baua.de/de/Publikationen/Fachbeitraege/Gd76.html;jsessionid=DC594F9D9A07A728395CBBA716BB7789.1_cid380

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