Machtmissbrauch von Unternehmen – Studie

Die dunkle Seite der Macht

Psychologen der Friedrich-Schiller-Universität Jena wiesen zusammen mit Kollegen der Universität Stockholm (Schweden) die antisozialen Anlagen von Unternehmern nach.

Gibt es den unternehmerischen „Homo oeconomicus“, einen Typ Mensch, der zuallererst auf den eigenen Nutzen und Gewinn achtet und sich dafür von ethischen und sozialen Prinzipien lossagt? Sind Unternehmer besonders eigennützig? Und zeigen sie tatsächlich gehäuft antisoziale und delinquente Verhaltensweisen? Diesen Fragen gingen Psychologen der Friedrich-Schiller-Universität Jena gemeinsam mit schwedischen Kollegen der Universität Stockholm in einer aktuellen Studie nach.
Für ihre Suche nach antisozialen Tendenzen in den Lebensläufen von Unternehmern nutzte das deutsch-schwedische Team die Daten einer schwedischen Längsschnittstudie mit dem Titel „Individual Development and Adaptation“. Im Rahmen dieser Untersuchung waren etwa 1.000 Sechstklässler eines Jahrgangs erfasst und über einen Zeitraum von 40 Jahren begleitet worden. Die Forscher analysierten die Daten auf die Frage hin, wer von den Studienteilnehmern später ein eigenes Unternehmen gegründet hatte – und welches Sozialverhalten diese Personen als Kind und Erwachsener an den Tag gelegt hatten. Im Fokus standen dabei Daten zu regelwidrigen Verhaltensweisen und Einstellungen sowie umfangreiche Archivdaten zu polizeilich registrierten und sanktionierten Straftaten.
Die Forschungsergebnisse der Wissenschaftler zeigen ein differenziertes Bild: Auf der einen Seite ließen sich in der Tat systematisch antisoziale Tendenzen in den Lebensläufen der Unternehmensgründer nachweisen. Diese zeigten im Vergleich zu Nichtunternehmern in ihrer Jugend eine deutlich höhere Tendenz zu regelwidrigem Verhalten in der Schule, zu Hause im Umgang mit ihren Eltern sowie auch in der Freizeit. Beispiele hierfür waren häufigeres Missachten elterlicher Verbote, häufigeres Schummeln und Schwänzen in der Schule, häufigerer Drogenkonsum oder auch häufigeres unerlaubtes „Mitgehenlassen“ von Dingen in Geschäften. Dies traf allerdings nur auf männliche Studienteilnehmer zu. Zudem gab es auf der anderen Seite im Erwachsenenalter hinsichtlich der antisozialen Tendenzen keine Unterschiede mehr zwischen Gründern und Nichtgründern. Außerdem handelte es sich bei den frühen antisozialen Tendenzen der Unternehmer um „geringere Vergehen“: Die Analyse der polizeilichen Kriminalitätsdaten ergab keine Unterschiede bezüglich des behördlich geahndeten kriminellen Verhaltens zwischen den Gruppen.
Die Wissenschaftler schließen aus ihren Ergebnissen, dass, obwohl in der Jugend bei späteren Unternehmern ein Drang zu regelwidrigem Verhalten vorhanden sei ….

 

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