Charakter und Arbeit – Studie

Arbeit macht mehr Spaß, wenn sie zum Charakter passt

Wer seine persönlichen Charakterstärken im Beruf einsetzen kann, erlebt mehr Spaß, Flow und Sinn bei der Arbeit. Zu diesem Ergebnis kamen Psychologen der Universität Zürich.

Charakterstärken sind moralisch positiv bewertete Eigenschaften von Menschen – wie beispielsweise eine hohe Selbstkontrolle, Teamfähigkeit oder Freundlichkeit. Jene Charakterstärken, die bei einer Person besonders stark ausgeprägt sind und die diese gerne und häufig einsetzt, bezeichnet man als Signaturstärken dieser Person. Drei bis sieben Signaturstärken besitzt jeder Mensch üblicherweise. Ein Psychologenteam vom Lehrstuhl für Persönlichkeitspsychologie und Diagnostik der Universität Zürich untersuchte nun in zwei breit angelegten Studien, wie sich die typischen Charakterstärken einer Person auf das Erleben ihrer Arbeit auswirken. Im Rahmen einer ersten Studie befragten die Wissenschaftler mehr als 1.000 berufstätige Personen: nach der Ausprägung ihrer Charakterstärken sowie danach, ob sie diese Stärken im Rahmen ihrer Arbeit einsetzen könnten und wie positiv sie diese erleben. In einer zweiten Untersuchung analysierten die Wissenschaftler neben den Selbsteinschätzungen der Probanden zusätzlich, wie deren Kollegen die Anwendbarkeit der Charakterstärken bei der jeweiligen Arbeit beurteilten.
Es zeigte sich, dass das Ausmaß des positiven Erlebens während der Arbeit mit der Anzahl der angewendeten Signaturstärken zunahm: In beiden Studien hatten diejenigen Personen die höchsten Werte im positiven Erleben, die vier und mehr ihrer Signaturstärken bei der Arbeit anwenden konnten. Sie berichteten von mehr Spaß und Flow-Erleben bei der Arbeit, beschrieben ihre Arbeit als sinnvoller und zeigten sich zufriedener mit ihrem Beruf als Personen, die nur drei oder weniger ihrer Signaturstärken am Arbeitsplatz einsetzen konnten. Zudem empfanden sie ihre Arbeit eher als Berufung.
Ob Charakterstärken bei der Arbeit zum Einsatz kommen können, hängt den Forschern zufolge unter anderem davon ab, welche Regeln die Stellenbeschreibung vorsieht oder ob stärkenbezogenes Verhalten bei der Erledigung der Arbeit hilfreich ist. Beispielsweise stehe in einer Arbeitsplatzbeschreibung für Pflegepersonal vieles zum Thema Hygiene, aber eher wenig zu freundlichem Verhalten. Dennoch sei zu erwarten, dass die Patientenpflege besser gelingt, wenn das Personal freundlich und

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