Dauerstress – Forschung

Psychisch krank durch Dauerstress

Forschung und Studien zum Zusammenhang zwischen Dauerstress, Immunsystem und psychischen Erkrankungen

von Meike Drießen / 3. November 2014

Aktiviert durch Dauerstress entfalten Immunzellen im Gehirn eine zerstörerische Wirkung und verändern es. Die Folge können psychische Erkrankungen sein.

Die Suche nach den Ursachen psychischer Erkrankungen beschäftigt die Forschung seit Langem. Verschiedene Hypothesen wurden dazu aufgestellt, in den 1960er-Jahren zum Beispiel ging man von einer Störung der Gehirnchemie aus. Geraten Botenstoffe aus dem Gleichgewicht? Spielen Hormone die Hauptrolle? Später entdeckte man die sogenannte Neuroplastizität, die Anpassungsfähigkeit des Gehirns. Kontaktstellen zwischen Nervenzellen, die Synapsen, können sich neu bilden, aber auch verschwinden, Nervenzellen kommen hinzu oder sterben ab. Solche Prozesse laufen beim Lernen und Trainieren ab und sind völlig normal. Sie sind aber auch bei psychischen Erkrankungen von Bedeutung. Und es zeigte sich: Therapien können diese Prozesse nachweislich beeinflussen.

Ein noch kleiner und neuerer Bereich der Forschung ist die Psychoneuroimmunologie. Sie konzentriert sich auf die Rolle des Immunsystems bei der Entstehung psychischer Krankheiten und versucht, die älteren Ansätze miteinander zu verbinden. „Ursprünglich wurden das Gehirn und das Immunsystem als zwei getrennte Systeme betrachtet“, erklärt Prof. Dr. Georg Juckel, Ärztlicher Direktor der LWL-Universitätsklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Präventivmedizin der RUB. „Man ging davon aus, dass das Gehirn vor Immunprozessen geschützt arbeitet und wenig mit dem Immunsystem zu tun hat. Das stimmt aber nicht.“ Es gibt einerseits direkte Nervenverbindungen vom Gehirn zu Organen des Immunsystems wie der Milz. Immunzellen wandern andersherum auch ins Gehirn ein, und lokale Immunzellen versehen dort vielfältige Aufgaben wie die Beseitigung defekter Nervenzellverbindungen. Und es gibt weitere Indizien für die Beteiligung des Immunsystems an Abläufen im Gehirn: Bei einigen psychischen Erkrankungen sind Immunparameter der Patienten charakteristisch verändert. Die Behandlung mit Immunbotenstoffen wie Interferon alpha, das zum Beispiel gegen Hepatitis C eingesetzt wird, führt bei 20 bis 30 Prozent der Patienten zu Depressionen.

Welche Mechanismen dabei wirken, untersucht die Arbeitsgruppe von Dr. Astrid Friebe am LWL-Klinikum im Labor (Abb. 1). Ihr Augenmerk richtet ……..

 

Weiterlesen und pdf auf: http://rubin.rub.de/de/themenschwerpunkt-stress/psychisch-krank

Wohlbefinden und Lebenszufriedenheit – eine Studie

Auf dem Weg zu Wohlbefinden, Lebenszufriedenheit und Glück

Blandina Mangelkramer Kommunikation und Presse / Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

 

Wie beeinflussen Werte die Lebenszufriedenheit?

Freundlich und hilfsbereit oder durchsetzungsstark und zielstrebig. Oder beides? Wie persönliches Wohlbefinden und Lebenszufriedenheit zu erreichen sind und welche Rolle Werte spielen, haben FAU-Wissenschaftler unter der Leitung von Prof. Dr. Andrea Abele-Brehm vom Lehrstuhl Sozialpsychologie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) untersucht.*

Sie gelten als die „Big Two“ der sozialen Interaktion, als zentrale Begriffe, die die Dualität der menschlichen Existenz umschreiben: Agency und Communion. Agentische Eigenschaften umfassen dabei zum Beispiel Zielstrebigkeit, Kompetenz und Durchsetzungsvermögen, um ein Ziel zu erreichen und stehen damit für die persönliche Selbstbehauptung und Selbstentfaltung. Es gibt aber auch agentische Werte: Diese beziehen sich darauf, wie wichtig einem Menschen Bereiche wie zum Beispiel Einfluss, Wohlstand, Leistung oder Anerkennung sind. Kurz: Agency spiegelt das Streben nach Kontrolle und Einfluss sowie die Wichtigkeit dieser Bereiche wieder.

Demgegenüber bezeichnet Communion das Streben des Menschen nach Gemeinschaft und sozialen Beziehungen. Kommunale Eigenschaften sind etwa Vertrauenswürdigkeit, Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft oder Empathie. Kommunale Werte beziehen sich darauf, wie wichtig einem Individuum Vertrauen, Mitgefühl, Harmonie oder Anstand sind.

In einer Studie, die erstmals diese Big Two in das Forschungsfeld Lebenszufriedenheit integriert haben und ……

 

Weiterlesen: http://idw-online.de/de/news617590

 

Siehe zu Wohlbefinden und Lebenszufriedenheit auch im ‚OECD Better Life Index‘

Die Messung von Gefühlen kann zwar subjektiv sein, ist aber dennoch hilfreich, um objektivere Daten zu ergänzen und so die Lebensqualität zwischen den einzelnen Ländern zu vergleichen. Subjektive Einschätzungen liefern Werte zu Gesundheitszustand, Bildungsniveau, Einkommen oder Selbstverwirklichung sowie zu den sozialen Bedingungen der Befragten. Umfragen werden besonders gerne genutzt, um Lebenszufriedenheit und Glücksempfinden zu erfassen.

Lebenszufriedenheit

Der Indikator Lebenszufriedenheit misst nicht so sehr die aktuellen Gefühle der Menschen, sondern wie sie ihr Leben als Ganzes einschätzen. Dabei sollen sie die Lebensumstände bewerten, die für das subjektive Wohlbefinden wichtig sind. Auf einer Skala von 0 bis 10 gaben die Einwohner der OECD-Länder im Durchschnitt einen Zufriedenheitsgrad von 6,6 an.

 

Weiterlesen im Better Life Index: http://www.oecdbetterlifeindex.org/de/topics/life-satisfaction-de/

Emotionale Intelligenz – Karriere, eine Studie

Eine Studie der Universität Bonn belegt: Emotionale Intelligenz hilft bei der Karriere

Wer sich gut in die Gefühle anderer hineinversetzen kann, steigt im Beruf schneller auf. Das zeigen Wissenschaftler der Universitäten Bonn und Heidelberg zusammen mit US-Kollegen in einer aktuellen Studie. Der von ihnen entdeckte Zusammenhang gilt allerdings nur für besonders karriereorientierte Personen. Für sich allein genommen, erlaubt das Maß emotionaler Intelligenz („EQ“) kaum Voraussagen über den Berufserfolg. Die Studie erscheint im European Journal of Psychological Assessment.

In den USA enthalten Einstellungstest oft ein ganzes Bündel Fragen, die auf den „EQ“ der Bewerber abzielen. Anders in Deutschland: Hierzulande spielt das Kriterium „emotionale Intelligenz“ bei Besetzung von Stellen eher eine untergeordnete Rolle. Wissenschaftliche Studien schienen deutschen Personalchefs bislang Recht zu geben: Arbeitnehmer mit einem hohen EQ sind nicht unbedingt im Berufsleben besonders erfolgreich.

Doch vielleicht ist dieser Zusammenhang einfach komplexer als bislang vermutet. Denn beileibe nicht alle Menschen mit einer großen emotionalen Kompetenz wollen überhaupt Karriere machen. Das deutsch-amerikanische Forscherteam hat daher in seiner Studie untersucht, wie EQ und Ehrgeiz beim beruflichen Aufstieg zusammen spielen.

Dazu konfrontierten die Wissenschaftler insgesamt 71 Betriebswirte mit verschiedenen Situationsbeschreibungen. Die Teilnehmer sollten schätzen, wie sich die Protagonisten ……

 

Weiterlesen: http://idw-online.de/de/news402025

 

Interview dazu in ‚Die Welt‘ / Emotionale Intelligenz

Gefühle spielen am Arbeitsplatz nach allgemeiner Auffassung kaum eine Rolle. Doch dem widerspricht jetzt eine neue internationale Studie zum Thema Emotionserkennungsfähigkeit. Der Bonner Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologe Gerhard Blickle, Mitautor der Studie, spricht im Interview über brüllende Chefs, Burn-out und betriebliche Weihnachtsfeiern.

Frage: Herr Professor Blickle, Ihre Untersuchung heißt „Gefühle erkennen zahlt sich aus“. Trifft das tatsächlich auf die Arbeitswelt zu?

Gerhard Blickle: Laut unserer Studie: ja. Wir haben bei Berufstätigen getestet, ob sie aus Stimmproben und Gesichtern Emotionen korrekt erfassen können. Dann haben wir Kollegen gefragt, wie sie die soziale Kompetenz des Getesteten einschätzen, also wie konstruktiv er sich am Arbeitsplatz verhält. Schließlich ging es uns noch um das Jahreseinkommen.

Unsere Erwartung war: Je besser die Testperson in der Lage war, Gefühle zu erkennen, desto mehr wird sie von Kollegen und Vorgesetzten als sozial kompetent wahrgenommen. Das wiederum sollte sich auch durch höheres Einkommen auswirken. Genau das hat unsere Studie bestätigt.

 

Interview dazu in ‚Die Welt‘: http://www.welt.de/gesundheit/psychologie/article135210310/Emotionale-Intelligenz-schlaegt-Ellbogenmentalitaet.html

Schwarmintelligenz Definition

Die Schwarmintelligenz Definition feiert aktuell einen verwirrenden Hype

 

Ein Beitrag im Harvard Business Manager vom 18. August 2014 versucht Klarheit zu schaffen und macht gleichzeitig auf Implikationen in den Businessbereich aufmerksam.

 

Der Begriff Schwarmintelligenz oder auch die ‚Kollektive Intelligenz‘ ist vor allem aus dem Tierreich ein Begriff. Neure Forschungen zeigen jedoch eindrücklich auf, wie auch im menschlichen Verhalten oder in der menschlichen Einschätzung von offenen Fragestellungen gleichartige Mechanismen zu finden sind.

 

Von Christian Schimmelpfennig und Wolfgang Jenewein

Beliebte Beispiele

Denkt man an Schwarmintelligenz, kommt einem sogleich das Bild eines Bienenschwarms in den Sinn, dem es gelingt, durch seine Schwarmflüge Angriffe von scheinbar Übermächtigen abzuwehren. Der Vorteil: In solchen Verbünden hat jedes einzelne Individuum die Möglichkeit, den Schwarm zu steuern und Handlungen zu beeinflussen. So kann das Kollektiv mehr Einflussfaktoren und Lösungsmöglichkeiten berücksichtigen und dadurch besser entscheiden. Als prominente Beispiele für Schwarmintelligenz werden gern die Quizsendung „Wer wird Millionär?“ oder die Ochsenfleischschätzung anno 1906 angeführt – doch fraglich ist, ob solche Konzepte das Phänomen Schwarmintelligenz wirklich erfassen. Der britische Naturforscher Francis Galton ließ im Jahr 1906 auf der jährlichen Nutztierschau in Plymouth die Besucher raten, wie viel das Fleisch eines geschlachteten und zerlegten Ochsen wiegt. Er staunte nicht schlecht, als nach Auswertung aller 787 Schätzungen der Mittelwert um nur 0,8 Prozent vom tatsächlichen Gewicht des Ochsenfleisches abwich. Auch bei der Quizsendung „Wer wird Millionär?“ kann ein Kandidat über den Publikumsjoker auf die Weisheit der Masse zurückgreifen. Regelmäßig erweisen sich die Einschätzungen des Publikums als sichere Wahl. Statistisch treffen die Zuschauer zu 91 Prozent ins Schwarze.

Fehlende Intelligenz

Ist das nun Schwarmintelligenz? Eine solche hohe Treffsicherheit ist wohl eher dem Gesetz der großen Zahlen ……

Weiterlesen: http://www.harvardbusinessmanager.de/blogs/warum-schwarmintelligenz-falsch-verstanden-wird-a-985858.html

 

 

Emotionen Führung und Teams

Über Erfolgsbedeutung von Emotionen Führung und Teams

In eine Zeit-Online Interwiev mit Frau Dipl.-Psych. Laura Venz, Professur für Arbeits- und Organisationspsychologie der Universität Mannheim wird das Studiendesign von „Gefühle bei der Arbeit“ vorgestellt. Emotionen Führung und Teams – Gefühle bestimmen unser Handeln. Glückliche Mitarbeiter arbeiten besser, sagt Arbeitspsychologin Laura Venz. Können Chefs die Emotionen ihrer Teams steuern?

Auszug aus dem Interwiev von TINA GROLL

 

ZEIT ONLINE: Frau Venz, welchen Einfluss haben Gefühle auf die Arbeit?

Laura Venz: Einen großen. Unsere Gefühle beeinflussen alles, was wir leisten können und wollen. Wer glücklich ist, der ist in der Regel auch leistungsfähig. Wer hingegen traurig ist und stark belastet, der bringt oft geringere Leistungen. Wobei durchaus auch negative Gefühle kurzfristig positive Effekte haben können – Wut etwa kann produktiv und durchaus kreativ machen. Als Arbeitspsychologen interessiert uns vor allem die Frage, wovon „gute“ Gefühle bei der Arbeit abhängen und welche Faktoren die Gefühle bei der Arbeit beeinflussen.

ZEIT ONLINE: Mitarbeiter bringen ihre Gefühle ja oft mit zum Arbeitsplatz. Darauf hat ein Unternehmen keinen Einfluss.

Venz: Das stimmt. Und dennoch wird ein gewisser Rahmen auch durch die Arbeit geprägt. Die Forschung hat sich bislang sehr stark auf soziale Berufe konzentriert: etwa auf die Pflege. Was macht es mit einem Menschen, der eigentlich einen emotionalen guten Zustand hat, wenn er Angehörigen die Todesnachricht eines Patienten überbringen muss? Seit etwa zehn Jahren spielen Gefühle bei der Arbeit über die Branchen hinweg eine Rolle.

ZEIT ONLINE: Stichwort empathische Chefs: Ist es nicht zu viel verlangt, wenn Unternehmen jetzt auch noch die Gefühle der Mitarbeiter steuern wollen?

Venz: Wenn es darauf abzielt, dass Mitarbeiter stets gut gelaunt sein sollen, dann ist das sicher der falsche Ansatz. Aber das ist auch

 

Weiterlesen: http://www.zeit.de/karriere/beruf/2014-10/gefuehle-bei-der-arbeit-arbeitspsychologie

 

Arbeitsglück – Emotionen Führung und Teams

Informationen zur Onlinestudie können hier abgerufen werden. Die Teilnahme ist erwünscht!

Überlastung im Beruf – Studie

DGPM Publikation – Überlastung im Beruf – Männer sind meist gestresster als Frauen

 

Männer leiden häufiger unter Arbeitsstress als Frauen, weil der Beruf bei Männern zeitintensiver ist und einen höheren Stellenwert einnimmt. Diese Tatsache fördert psychische Belastungen und lässt psychische Störungen leichter aufkommen. Entsprechende Programme zur Information und Prävention fordert die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM) in ihrer Publikation.

Seit Jahren verzeichnen Krankenkassen vermehrt Krankheitstage aufgrund psychischer Erkrankungen. Immer häufiger betreffen Belastungsstörungen, Depressionen und Neurosen Männer: Im aktuellen Gesundheitsreport 2013 verzeichnete der BKK-Dachverband mit rund fünf Prozent bei Männern einen mehr als doppelt so starken Zuwachs als bei Frauen. Einen Grund finden Experten darin, dass die Vollerwerbsquote in Deutschland bei Männern mit rund 91 Prozent immer noch deutlich höher ist, als bei Frauen, wo sie etwa 54 Prozent beträgt. Hinzu kommt: „Männer verbringen durchschnittlich mehr Jahre im Beruf, das konnte die SHARELIFE-Studie eindrucksvoll nachweisen“, sagt Medizinsoziologe Prof. em. Dr. Johannes Siegrist von der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf. Die Studie erfasste Berufsverläufe von vielen tausenden Teilnehmern in 13 europäischen Ländern. „Männer identifizieren sich stärker über ihre Arbeit als Frauen und fühlen sich von guten oder schlechten beruflichen Erlebnissen stärker betroffen“, so Siegrist.

Überlastung im Beruf kann beispielsweise entstehen, wenn der Arbeitnehmer dauerhaft unter hohem Leistungsdruck steht und dafür keine angemessene „Belohnung“ in Form von Gehalt, Aufstiegsmöglichkeiten oder sozialer Anerkennung erhält. Wenn dieses Ungleichgewicht zu lange andauert, drohen Burnout und Depression. In den letzten Jahren galten vor allem Frauen als stressgefährdet. „Dies leiteten Psychologen daraus ab, dass Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM) Pressestelle Janina Wetzstein Postfach 30 11 20 70451 Stuttgart Tel.: 0711 8931-457 Fax: 0711 8931-167 wetzstein@medizinkommunikation.org Frauen sich doppelt so oft wegen einer Depression in Behandlung befinden wie Männer und öfter über Stress klagen“, meint Professor Dr. med. Harald Gündel, Mediensprecher der DGPM und Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie in Ulm. „Aktuellere Studien haben aber bereits gezeigt, dass Männer genauso häufig an Depression leiden wie Frauen“, meint der Experte. Dennoch bleiben Stresssymptome gerade bei Männern lange unerkannt. Ganz anders als Frauen sehen Männer Überlastung als Herausforderung, der sie standhalten müssen. „Das klaglose Ertragen von Härte und psychischem Druck ist ein Hauptmerkmal der klassischen Männerrolle. Nicht zuletzt deswegen ist es uns wichtig, dass sich die Psychosomatik auch den Männern und …….

 

Weiterlesen: https://www.dgpm.de/presse_info_aktuell_single/?no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=1092

Theory of Mind – Studien und Erkenntnisse

Theory of Mind – ein Kinderspiel!

 

Sich in die Überzeugungen anderer hinein zu denken, ist ein Kinderspiel: Ab dem Alter von etwa drei Jahren zeigen Kinder diese Fähigkeit, und schon früher gibt es Anzeichen der Theory of Mind. Den Kleinen diese zu entlocken, erfordert Kreativität.

Tim sitzt am Tisch, eine Keksdose vor sich. Gespannt beobachtet der Vierjährige, wie die Versuchsleiterin die Dose öffnet. Doch binnen Sekunden wandelt sich die Erwartung in eine Mischung aus Überraschung und Enttäuschung: Statt Kekse erblickt Tim Buntstifte. Nun stellt die Leiterin die entscheidende Frage: Was glaubst Du, wird ein anderes Kind, das wir gleich hereinholen, in der Dose vermuten? Tim überlegt kurz, antwortet dann bestimmt: „Ist doch klar: Kekse!“ Damit hat das Kind den Test bestanden. Es verfügt über ein psychisches Konzept, das in der Wissenschaft auch Theory of Mind (ToM) genannt wird.

Die Theory of Mind beschreibt die Fähigkeit, sich in die Gedanken anderer hineinversetzen zu können. Tim weiß, dass ein anderes Kind noch keinen Blick in die Dose werfen konnte. Daraus schließt er, dass es derselben falschen Überzeugung sein muss wie er selbst zu Beginn. Auf der Grundlage seiner eigenen Erfahrung ist der Junge also fähig, einem anderen Kind eine Überzeugung zuzuschreiben – obschon er die davon abweichende Realität sehr wohl kennt. „Es ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Psyche, sich in andere hineinversetzen zu können“, sagt Beate Sodian, Professorin der Entwicklungspsychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

 

Weiterlesen: http://dasgehirn.info/denken/im-kopf-der-anderen/theory-of-mind-2013-ein-kinderspiel

Moralische Entscheidungen und der Einfluss der Sprache

Studien über moralische Entscheidungen und ihre Einflussfaktoren

 

Wir kennen sie alle, die Ambivalenz in moralischen Fragen. Das Abwiegen von Pro und Kontra in Entscheidungen, die verschieden gesellschaftlich akzeptierte Lösungen zulassen. In vielen Studien wurden die Mechanismen zum Dilemma untersucht, die sogar über leben oder nicht leben entschieden können. Eine neuere widmet sich dem Einfluss der Sprache.

 

Viele klassische psychologische Experimente haben sich bereits diesem Thema gewidmet, z.T. auch aus historischer Relevanz. Am bekanntesten ist dabei wohl das Milgram-Experiment aus dem Jahre 1961. Dabei wurde der Einfluss von Autorität und formeller Erlaubnis auf das moralische Handeln untersucht. Mit Stromschlägen durften in dieser Versuchsanordnung Probanden bei falschen Antworten bestraft werden.

 

 

Die Resultate erschütterten die Welt und ihr Vertrauen in die eigene Verlässlichkeit der moralischen Entscheidungen in unterschiedlichen Settings.

 

Eine philosophische Abhandlung über ‚Moralische Entscheidungen‘ wird in ‚Die Welt‘ geschildert:

Es war im Jahr 1957, als der Philosophin Philippa Foot, Mitarbeiterin am englischen Somerville College, das Buch „Dying We Live“, zu Deutsch „Sterbend leben wir“, in die Hände fiel. Es handelte sich um gesammelte Abschiedsbriefe, die von den Nazis zum Tode Verurteilte aus dem Gefängnis an ihre Familien schrieben. „Liebe Eltern“, schrieb ein Bauernjunge am dritten Februar 1944, „Ich habe schlechte Neuigkeiten. Ich wurde zum Tode verurteilt, zusammen mit Gustave G. Wir haben uns nicht für die SS verpflichtet, und so haben sie uns zu Tode verurteilt. Wir sterben lieber, als unser Gewissen mit solchen Gräueltaten zu beschmutzen.“ Foot war fasziniert von dieser bewussten Entscheidung aus moralischen Gründen, die direkt in den eigenen Tod führte. War das eine rationale Entscheidung oder eine emotionale? Und woher wissen Menschen, was für sie ethisch noch vertretbar ist und was nicht? Die Philosophin hatte ein Thema gefunden, das sie und viele Forscher nach ihr nicht mehr losließ: moralische Dilemmas. „Zweigliedrige Annahme“ heißt das griechische Wort Dilemma übersetzt – eine Zwickmühle: Man steht vor mehreren Entscheidungsmöglichkeiten, und jede ist falsch. Welche Wahl man letztlich trifft, hat viel mit Moral zu tun. Aber auch, wie die Wissenschaft mittlerweile weiß, mit emotionaler Distanz.

Weiterlesen: http://www.welt.de/gesundheit/psychologie/article127672231/Wie-Menschen-moralische-Entscheidungen-treffen.html

 

 

Auf www.report-psychologie.de lässt sich nachlesen:

Ob ein moralisches Problem in der Muttersprache oder in einer Fremdsprache präsentiert wird, beeinflusst moralische Entscheidungen. Zu diesem Schluss kam ein Team von Psychologen der University of Chicago (USA).

Würden Sie den Tod einer Person in Kauf nehmen, um das Leben von fünf Menschen zu retten? Diese Frage steht im Mittelpunkt des sogenannten Trolley-Problems, eines klassischen Gedankenexperiments zu einem moralischen Dilemma. Und sie bildete den Ausgangspunkt für eine Studie, die Psychologen der University of Chicago (USA) zusammen mit Kollegen der Universität Pompeu Fabra in Barcelona (Spanien) durchführten.

 

Töten oder den Tod in Kauf nehmen

Die Wissenschaftler präsentierten ihren Probanden das Trolley-Problem in zwei Varianten: In einer emotionalen Version, in der der Akteur auf eine Fußgängerbrücke steht und sieht, dass ein herannahender Zug fünf Menschen überfahren wird. Der einzige Weg, dies zu verhindern, ist, einen Mann von der Brücke vor den Zug zu stoßen. In einer weniger emotionalen Version ist es dem Akteur möglich, den Zug durch das Umstellen einer Weiche auf ein Gleis abzulenken, auf dem sich jedoch auch eine Person befindet. Gewöhnlich fällt es Menschen im zweiten Falle leichter, das Leben der einzelnen Person zu opfern, um die anderen zu retten. In der vorliegenden Studie ergänzten die Wissenschaftler das Experiment um eine weitere Bedingung: Das Problem wurde den Probanden entweder in ihrer Muttersprache oder in einer Fremdsprache präsentiert. Insgesamt 725 Versuchsteilnehmer bearbeiteten das moralische Dilemma: 397 von ihnen waren spanische Muttersprachler mit Englisch als Zweitsprache, bei den 328 übrigen Probanden verhielt es sich umgekehrt.

 

Andere Sprache, andere Entscheidung

Es zeigte sich, dass mehr als 80 Prozent der Versuchspersonen bereit waren, den Tod eines Menschen in Kauf zu nehmen, um fünf Leben zu retten, wenn sie lediglich eine Weiche umstellen mussten. Die Sprache, in der das Dilemma präsentiert wurde, spielte dabei keine …….

 

Weiterlesen: http://www.report-psychologie.de/news/artikel/fremdsprachen-veraendern-moralische-entscheidungen/

Arbeitsumfang nimmt mehr Raum ein – OECD

Erweiterung Arbeitsumfang

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD hat eine neue Studie veröffentlicht aus der ersichtlich wird, dass die Dimension Arbeit immer mehr in den Raum der Gesamtalltagszeit Einzug hält.

Dieser Better-Life-Index liefert Daten zur Vereinbarkeit von Arbeit und Familie. Die Untersuchung stellt Fragen zu verschiedenen Lebensbereichen und ergibt in der Schlussauswertung für die verschiedenen, weltweit einbezogenen Staaten einen vergleichbaren Index.

Generell ist seit der letzten Untersuchung im Jahre 2004 eine Anstieg der entsprechenden Indizes festzustellen.

 

Was macht der Arbeitsumfang mit uns?

Die ständige Erreichbarkeit auch in der Freizeit für berufliche Anliegen wird in der letzten zeit verschiedentlich kritisch und auch kontrovers diskutiert. Unternehmen haben sich teilweise bereits dazu entschlossen ihren Mitarbeitern während der Freizeit den Zugang zu geschäftlichen E-Mails zu sperren. Insofern werden verschiedene Massnahmen im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements geprüft und umgesetzt. Dabei geht es nicht nur um Burnout-Profilaxe sondern auch um konkrete Anliegen eine gute Unternehmenskultur zu realisieren.

Gleichzeitig erfordert die zunehmende Globalisierung auch ein Hinterfragen der Formen von Erwerbstätigkeit auf den Antipoden zwischen Wettbewerbsfähigkeit und Work-Life-Balance und Gesundheit der Erwerbstätigen – Angestellte und Unternehmer.

Siehe dazu auf: http://www.oecdbetterlifeindex.org/

Grossstudie Partnerwahl und Paarzufriedenheit

Partnerwahl und die glückliche Partnerschaft

Wenn im Tierreich die Männchen auf Brautschau gehen, sind sie mitunter ziemlich kreativ: So beeindrucken sie die Weibchen zum Beispiel mit farbenprächtigem Federkleid, skurrilen Tänzen oder furchtlosen Kämpfen. Doch wie funktioniert die Partnerwahl eigentlich beim Menschen und wer findet überhaupt einen Partner? Welche Faktoren beeinflussen, ob sich ein Paar für oder gegen eigene Kinder entscheidet? Welche Paare werden glücklich und warum trennen sich manche wieder

Solche und ähnliche Fragen rund um PartnerwahlPartnerschaft, Familie und Sexualität will das Langfristvorhaben „Pairfam“ beantworten. Pairfam steht für „Panel Analysis of Intimate Relationsships and Family Dynamics“ und ist die derzeit umfassendste Partnerschaftsstudie in Deutschland. Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Projekt startete 2008 und ist auf insgesamt 14 Jahre angelegt. Kooperationspartner sind die Ludwig-Maximilians-Universität München, die Universitäten Bremen und Köln, die TU Chemnitz – und die Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Die Biografien von 12.000 Frauen und Männern im Blick

Im Rahmen von Pairfam werden jährlich circa 12.000 bundesweit zufällig ausgewählte Frauen und Männer in unterschiedlichen Lebensphasen zu ihrem Familien-, Liebes- und Beziehungsleben befragt. Anhand der erhobenen Daten dieser sogenannten Ankerpersonen können die Wissenschaftler über einen langen Zeitraum hinweg den Verlauf der Biografien untersuchen. „Pairfam berücksichtigt dabei sowohl die für Soziologen interessanten strukturellen Sachverhalte – etwa die Familienkonstellation – als auch die für Psychologen relevanten emotionalen und sozialen Prozesse“, sagt Neyer. Eine weitere Besonderheit von Pairfam ist, dass nicht nur die Ankerpersonen, sondern auch die jeweiligen Partner, Eltern oder Stiefeltern und Kinder befragt werden. „Somit können wir herausfinden, welche Rolle das Familiennetzwerk für die Entwicklung einer Person spielt“, erläutert der Projektkoordinator der Universität Jena.

 

Weiterlesen zum Thema Partnerwahl und Studie: http://www.uni-jena.de/Mitteilungen/PM140502_Neyer_Pairfam.html

Studienseite: http://www.pairfam.de/de/studie/konzept-und-design.html